5 Gründe für unscharfe Bilder


5 Gründe für unscharfe Bilder

Mit unscharfen Bildern haben nicht nur Anfänger zu kämpfen. Auch wer die Grundlagen der Fotografie beherrscht, hat mit Ausschuss in Form von unscharfen Bildern zu kämpfen. Doch warum werden Bilder manchmal einfach nicht scharf und wie muss man die Kamera bedienen, um scharfe Bilder zu bekommen? Dieser Beitrag behandelt fünf Gründe und gibt die passenden Lösungen mit auf den Weg.

Grund 1: manueller Modus aktiviert

Hier ist mangels richtiger Fokussierung alles unscharf

Hier ist mangels richtiger Fokussierung alles unscharf

Je nach Kameramodell kann es schnell passieren, dass man versehentlich den Schalter betätigt, der die Kamera oder das Objektiv auf MF (manueller Fokus) stellt. Da diese Einstellung für Makroaufnahmen oder Videos geeignet ist, kann es außerdem vorkommen, dass einfach vergisst, den Schalter wieder auf AF zurück zu stellen. Sofern Sie merken, dass die Kamera nicht mehr scharfstellt, sollten Sie zuerst diese Möglichkeit in Betracht ziehen.

Grund 2: Die Kamera stellt auf den falschen Punkt scharf

Während ein Objekt im Hintergrund scharf ist, ist das eigentliche Motiv unscharf

Während ein Objekt im Hintergrund scharf ist, ist das eigentliche Motiv unscharf

Es gibt viele verschiedene Einstellungen für den Autofokus der Kamera. Jede einzelne hat Vor- und Nachteile. Ein Nachteil des automatischen Autofokus liegt beispielsweise darin, dass die Kamera entscheidet, welcher Bereich scharfgestellt wird. Befindet sich beispielsweise eine Blume im Vordergrund und eine Katze im Hintergrund, entscheidet sich die Kamera für eines der beiden Motive. Sobald sich die Katze bewegt, wird der Autofokus vermutlich die Katze fokussieren – das ist ärgerlich für denjenigen, der gerade die Blume fotografieren möchte. Noch ärgerlicher mag es sein, wenn die Katze gerade etwas Lustiges macht und das Funny-Kitten-Bild deshalb unscharf wird, weil sich die Blume im Wind bewegt und der Autofokus deshalb die Blume fokussiert.

Man kann der Willkür der Kamera entgegnen, wenn man den Fokuspunkt selbst festlegt. Dazu wählt man die Funktion „Einzelfeld“ und setzt den Fokuspunkt mit der Kamerawippe bzw. dem Joystick für jedes Foto immer selbst. Dadurch macht man nicht nur der Kamera klar, welchen Bereich man fokussieren möchte, man kann außerdem den Bildausschnitt auch bewusster gestalten.

Grund 3: Es liegt ein Fehlfokus (Front- oder Backfokus) vor

Sofern Sie den Autofokus im Menü auf Einzelfeld eingestellt haben, das Motiv korrekt fokussieren und dennoch immer wieder unscharfe Bilder erhalten, liegt womöglich ein Front- oder Backfokus vor. Bei einem Frontfokus ist das eigentliche Motiv nicht oder nicht richtig scharf, ein bestimmter Bereich davor jedoch schon. Ähnlich verhält es sich beim Backfokus, hier liegt die Schärfe hinter dem eigentlich scharfgestellten Bereich.

Der Grund für die falsche Fokussierung kann entweder im Autofokus der Kamera, des Objektivs oder im Zusammenspiel von beidem liegen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Objektiv an einer Kamera nahezu perfekt scharfstellt, mit einem anderen jedoch deutlich vor oder hinter dem eigentlich fokussierten Bereich scharfstellt. Auch Kameras können mit manchen Objektiven treffsicher sein, mit anderen jedoch falsch fokussieren. Um herauszufinden, welche Komponenten der Ausrüstung wirklich betroffen sind, muss man alle möglichen Kombinationen ausgiebig testen.

Hat man den Übeltäter entlarvt, kann man einem Fehlfokus im Menü der Kamera entgegenwirken. Einige Kameras bieten die Möglichkeit, den Fokus für bestimmte Objektive nach vorne oder hinten zu korrigieren. Reicht die Korrekturspanne jedoch nicht aus oder bietet die Kamera diese Möglichkeit nicht, kann man die Kamera oder das Objektiv zur Justierung an den zuständigen Hersteller schicken. Es kann hilfreich sein, wenn man gleich Kamera und Objektiv(e) gemeinsam einschickt, damit der Hersteller beides aufeinander abstimmen kann. Innerhalb der Garantiezeit ist das meist kostenfrei, danach fallen jedoch Kosten an.

Grund 4: Die Bilder sind verwackelt

Ein weiterer Grund für unscharfe Bilder ist das Verwackeln. Hier ist zwar der Fokuspunkt richtig eingestellt, die Kamera wird jedoch während der Belichtung bewegt (Erschütterungen, unruhige Hände etc.), weshalb das Foto unscharf wirkt. Verwackelte Bilder treten meist bei langen Verschlusszeiten oder besonders großen und schweren Kameras bzw. Objektiven auf. Für die Verschlusszeit gibt es jedoch eine Faustformel, die sich an der Brennweite in mm orientiert: Verschlusszeit = 1/Brennweite Sek.

Bei Einem Normalobjektiv mit 50mm Brennweite kann man also mit einer Verschlusszeit von 1/50s noch recht zuverlässig scharfe Bilder machen (eine ruhige Hand natürlich vorausgesetzt). Bei einem Weitwinkel sind noch kürzere Verschlusszeiten möglich. Bei einem 500mm Teleobjektiv allerdings sollte mindestens 1/500s einstellen. Das liegt nicht nur an dem höheren Gewicht eines solchen Objektivs, aufgrund dessen man die Kamera nicht mehr so ruhig halten kann, sondern auch an dem kleineren Bildausschnitt, der bereits bei kleinsten Bewegungen der Kamera das Motiv während der Belichtung erheblich verschiebt.

Scharfe Bilder bei längeren Verschlusszeiten erreicht man durch Bildstabilisatoren, die entweder in der Kamera oder im Objektiv eingebaut sind. Sind diese aktiv, kann man die Faustformel meist deutlich unterschreiten. Hilft bei schlechten Lichtverhältnissen selbst der Bildstabilisator nicht oder möchte man aus gestalterischen Gründen eine Langzeitbelichtung machen, muss man aber zwangsläufig auf ein Stativ ausweichen. Hier kann man Verwacklungen gänzlich umgehen. Je nach Gewicht und Größe der Kamera muss man jedoch auch darauf achten, dass das Stativ stabil genug ist und die Last von Kamera und Objektiv auch problemlos trägt.

Grund 5: Das Motiv bewegt sich und ist deshalb unscharf

Eine andere Problemstellung ergibt sich, wenn nicht die Kamera bewegt wird, sondern sich das Motiv selbst bewegt. Hier gibt es gleich zwei mögliche Fehlerquellen. Entweder verwischt das Motiv, weil die Verschlusszeit zu lang eingestellt ist oder das Motiv ist zwar eingefroren, aber nicht im Schärfebereich.

Im ersten Fall hat die Kamera keine Möglichkeit, das Motiv einzufrieren, weil das Motiv innerhalb der Verschlusszeit eine zu große Strecke zurücklegt. Hier müssen Sie einfach nur die Verschlusszeit verkürzen. Bei bewegten Motiven sollte man mit einer Verschlusszeit von 1/500s starten und sich davon ausgehend herantasten. Je nach Geschwindigkeit des Objekts sind längere Verschlusszeiten denkbar oder kürzere Verschlusszeiten nötig.

Ist das Motiv zwar eingefroren, aber dennoch unscharf, ist ihr Autofokus vermutlich nicht dem bewegten Motiv gefolgt. Bei bewegten Motiven empfiehlt es sich grundsätzlich, den AF auf kontinuierlich einzustellen und die Motivverfolgung zu aktivieren.

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Steffen Körber

Über Steffen Körber

Mein Name ist Steffen Körber und ich bin leidenschaftlicher Fotograf, Ausrüstungs-Freak und Blogger für action-photos.de Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition, Fotografie professionell zu betreiben.

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