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Lowepro Pro Trekker 650 AW

Bevor ich fotografieren gehe, stelle ich mir meistens eine zentrale Frage: Auf was kann beim heutigen Foto-Einsatz verzichten? Der Grund dafür ist, dass ich unmöglich meine ganze Ausrüstung einpacken und sie dabei ohne große Mühe transportieren kann. Entweder muss ich mehrere Foto-Taschen mitnehmen oder ich habe einen großen Fotokoffer, den ich im Gelände nur umständlich bewegen kann. In der Hoffnung, mich nie wieder auf einen Teil meiner Ausrüstung beschränken zu müssen, habe ich mich deshalb für den Kauf des Lowepro Pro Trekker 650 AW entschieden. Ich möchte den Rucksack in diesem Beitrag gerne vorstellen und meine ersten Erfahrungen damit teilen.

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Der neue Lowepro Pro Trekker 650 AW

Technische Daten

Innenmaße: 35.5 x 21.5 x 49.7 cm
Außenmaße: 55 x 36.6 x 63.2 cm
Gewicht: 4.3 kg
Fassungsvermögen: 2-3 DSLRs, eine mit montiertem 600mm/4.0, 5-7 weitere Objektive, 2 Blitze, weiteres Zubehör

Der Lowepro Pro Trekker 650 AW im Detail

Betrachtet man die technischen Daten, wird deutlich, mit was für einem Rucksack man es hier zu tun hat. Er ist nicht nur sehr groß – die Maße sind genau für den praktischen Einsatz von Natur- und Sportfotografen ausgelegt. Dadurch, dass man eine Kamera mit angelegtem 400/2.8, 500/4.0 oder 600/4.0 (allerdings mit umgedrehter Gegenlichtblende) mit weiteren Kameras und Objektiven unterbringen kann, ist man sehr flexibel.
Das Eigengewicht von über 4kg klingt zunächst etwas schwer. Gemessen an der Größe und am Gewicht der Ausrüstung, die man mit dem Lowepro Pro Trekker 650 AW transportieren kann, wird das Eigenwicht aber eher nebensächlich.

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Noch längst nicht voll beladen: Der Lowepro Pro Trekker 650 in der Innenansicht

Ich habe den Rucksack für das gezeigte Bild exemplarisch beladen und dabei keineswegs das Fassungsvermögen ausgereizt. Statt eines 600mm/4.0 habe ich ein 300mm/2.8 mit angesetzter Gegenlichtblende und DSLR in der Mitte untergebracht. Wie man sieht, ist dahinter noch Platz für eine weitere Kamera. Links oben droht man das Nikon 70-200/2.8 VRII schon fast zu übersehen. Auch das Tamron SP 150-600mm/5.6-6.3 Di VC USD, das unten im Bild untergebracht ist, sticht keineswegs hervor.

Im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Lowepro Pro Trekker 600 AW, ist der 650 AW innen zwar etwas geschrumpft, dabei aber 0,5kg schwerer. Hinsichtlich des Fassungsvermögens macht Lowepro jedoch dieselben Angaben. Ich vermute, dass der Rucksack neben der optischen Aufwertung auch im Innendesign und in der Verarbeitung optimiert wurde. In den Aussenabmessungen ist das neue Modell etwas größer geworden.

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Lieferumfang des Lowepro Pro Trekker 650 AW

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Lowepro Pro Trekker 650 AW gehört eine integrierte und ausklappbare Stativhalterung an der Vorderseite des Rucksacks. An der Unterseite befindet sich das Regencover, das durch Lösen eines Klettverschlusses aus dem Boden herausgezogen werden kann. Der Deckel ist abnehmbar. Er bietet weiteren Stauraum und kann abgenommen als Bauchtasche verwendet werden. Darüber hinaus befindet sich eine herausnehmbare Laptoptasche (für Laptops bis 15“) im vorderen Fach des Lowepro Pro Trekker 650 AW. Zu guter letzt liegt dem Rucksack noch eine herausnehmbare Tasche für Zubehör bei.

Der Rucksack in der Praxis

Kurz nach Erhalt des Lowepro Pro Trekker 650 AW wollte ich natürlich wissen, wie er sich in der Praxis schlägt. Ich hatte ohnehin vor, das Tamron SP 150-600mm/5.6-6.3 Di VC USD zu testen und mir daher vorgenommen, an einem Sonntag Morgen in den Wildpark Bad Mergentheim zu gehen. Die Frage, die ich mir diesmal stellte, war: Was nehme ich nur alles mit? Immerhin wollte ich den Rucksack ja voll bekommen. Ich packte also fröhlich zusammen, bis ich auch wirklich jedes Objektiv, jede Speicherkarte und jeden Akku untergebracht hatte. In Summe kam ich damit auf knapp über 15kg Gesamtgewicht.

Derart bepackt, aber noch keineswegs an den Grenzen des Fassungsvermögens, war der Rucksack schon beim Hochheben sehr schwer. Umso gespannter war ich, wie er sich über mehrere Stunden auf dem Rücken anfühlen würde. Zu Beginn kam mir das gesamte Halterungssystem mitsamt der Rückenfläche etwas steif vor. Das machte es mir schon nicht einfach, den Rucksack aufzusetzen und fühlte sich anfangs auch etwas unbequem an. Schon nach kurzer Zeit gewöhnte ich mich jedoch daran und nahm das Tragegefühl nicht mehr als negativ wahr. Im Gegenteil: Der feste und sichere Sitz des Rucksacks schränkte mich in meiner Bewegung nicht ein, trägt aber dazu bei, dass das Gewicht gleichmäßig auf Schulter, Rücken und Hüfte verteilt wird. Unterstützt wird dies sicherlich auch durch die neuartige Konstruktion des Rückenbereichs, die an die natürliche S-Form der Wirbelsäule angepasst ist.

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Der Lowepro Pro Trekker 650 AW im Einsatz

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Auch das 600mm f/4 Objektiv passt problemlos in den Lowepro Pro Trekker 650 AW

Durch das hohe Gewicht und das recht steife Tragesystem war nicht daran zu denken, sich Zugang zur Ausrüstung zu verschaffen, während man den Rucksack trägt. Man muss den Lowepro Pro Trekker 650 AW also – wie die meisten anderen Rucksäcke auch – auf den Boden stellen oder legen. Das ist natürlich ärgerlich, wenn der Untergrund nass oder schmutzig ist – aber ein solcher Rucksack ist eben auch nicht für die Vitrine, sondern für den Outdoor-Einsatz ausgelegt. Erstaunlicherweise ist es möglich, den Lowepro Pro Trekker 650 AW trotz der Größe und des Gewichts im vollbeladenen Zustand auf den Boden zu stellen, ohne dass er umfällt. Somit vermeidet man, dass Rückenbereich und Tragesystem schmutzig werden und – was sich ja unweigerlich auch auf die Kleidung auswirken würde.

Schon beim Auspacken war ich von der tatsächlichen Größe etwas „enttäuscht“ und auch beim Tragen kam es mir nicht so vor, als hätte ich einen unnatürlich großen Rucksack auf dem Rücken. Die zahlreichen Besucher des Wildparks haben den Lowepro Pro Trekker 650 AW glücklicherweise auch nicht mit der Aufmerksamkeit gewürdigt, wie ich es beispielsweise kenne, wenn ich mit einem Superteleobjektiv herumlaufe. Ich finde es erfreulich, dass der Rucksack trotz des enormen Stauraumes noch einigermaßen unauffällig bleibt.

Mein Fazit

Der Lowepro Pro Trekker 650 AW ist ein Foto-Rucksack der Superlative. Er hat ein unglaubliches Fassungsvermögen und ist dabei nicht einmal so enorm groß, wie man vielleicht vermuten würde. Die Verarbeitung ist hochwertig und das Design auf Funktionalität und Ergonomie ausgelegt. Der Pro Trekker 65o AW ist definitiv kein Leichtgewicht, aber dadurch auch sehr formstabil. All diese Vorzüge schlagen sich leider auch im Preis nieder, denn mit über 400€ ist der Lowepro Pro Trekker 650 AW wahrlich kein Schnäppchen. Wer jedoch eine sehr große Foto-Ausrüstung transportieren und auf Komfort und Sicherheit nicht verzichten möchte, findet derzeit kaum eine Alternative.

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Steffen Körber

Über Steffen Körber

Mein Name ist Steffen Körber und ich bin leidenschaftlicher Fotograf, Ausrüstungs-Freak und Blogger für action-photos.de Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition, Fotografie professionell zu betreiben.


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2 Gedanken zu “groß – größer – Lowepro Pro Trekker 650 AW

  • Klemens Berger

    Wie ist die Handhabung mit Stativ? Reicht über den unter Boden hinweg. Kann der Rucksack dann noch ordentlich hingestellt werden? Denke nicht – oder ?

    Danke für kurze Rückmeldung.

    Grüße
    Klemens Berger

    • Steffen Körber
      Steffen Körber Autor des Beitrags

      Hallo Klemens,

      in der Tat reicht die ausklappbare „Stativtasche“ ca. 10-15cm unter den Boden, d.h. einfach so lässt sich der Rucksack dann nicht abstellen. Da das Stativ aber auch mittels Gurten an der Rückseite des Rucksacks arretiert wird, kann man meines Erachtens das Stativ beim Hinstellen des Rucksacks einfach etwas nach oben schieben.
      Wenn man die Gurte absichtlich etwas lockerer lässt, dürfte das Stativ beim Hinstellen des Rucksacks sogar einfach nach oben rutschen, so dass man den Rucksack trotzdem gut abstellen kann.
      Beim nächsten Ausflug werde ich das aber mal testen und dann nochmals Rückmeldung geben!

      Beste Grüße
      Steffen