Motocross Fotografieren – So geht´s 8


Motocross fotografieren: So geht´s!

Motocross ist eine spektakuläre und actionreiche Sportart, die sich hervorragend zum Fotografieren eignet. Mit welcher Ausrüstung und welchen Einstellungen man Motocross fotografieren sollte und was es dabei zu beachten gibt, können Sie hier lesen.

Motocross16

Der Start ist beim Motocross immer ein Garant für spannende Action

Die Ausrüstung

Grundsätzlich kann man Motocross (wie fast jede anderen Sportart auch) mit jeder Ausrüstung fotografieren. Alles, was man braucht, ist eine Kamera und ein dazu passendes Objektiv. Empfehlenswert ist es aber, eine DSLR zu verwenden, die einen zuverlässigen und schnellen Autofokus besitzt. Eine schnelle Bildfolge ist sicherlich auch vorteilhaft – ein Verständnis von Motocross kompensiert aber blindes Dauerfeuer. Wer regelmäßig Motocross fotografieren möchte, sollte außerdem in Ausrüstung investieren, die spritzwassergeschützt und staubdicht ist, denn entweder ist es schlammig oder es staubt ganz gewaltig! Das setzt nicht nur den Objektiven zu (Zoomobjektive saugen beim Zoomen den Staub ein!) – auch der Sensor und die Displays der Kamera haben damit zu kämpfen.

Welche Objektive man verwendet, hängt ganz vom eigenen Geschmack ab. Ein 70-200mm Zoomobjektiv ist nicht nur beim Motocross, sondern in der gesamten Sportfotografie eine sehr gute Ausgangsbasis. Mit diesem Objektiv ist man sehr flexibel und kann tolle Motocross-Fotos schießen. Möchte man die Fahrer samt Motorräder besser freistellen oder größere Distanzen überbrücken, muss man ein Superteleobjektiv verwenden. Viele professionelle Fotografen nehmen beim Motocross Brennweiten zwischen 300 und 600mm. Ich persönlich finde 400mm am Vollformat ideal (Beispielbilder gibt es hier). Mit Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiven kann man kreative und außergewöhnliche Motocross-Fotos schießen. Deshalb bietet es sich an, mit zwei Kameras und verschiedenen Objektiven zu fotografieren. So kann man an jedem Streckenabschnitt fotografieren und hat am Ende ein breites Spektrum an Perspektiven und Szenen auf der Speicherkarte.

Kamera-Einstellungen

Grundsätzlich hat man in der Sportfotografie immer die Möglichkeit entweder das Motiv einzufrieren oder die Dynamik der Bewegung einzufangen. Bei ersterem setzt man auf eine kurze, bei letzterem auf eine relativ lange Verschlusszeit.

Motocross04

Die Kurze Verschlusszeit friert Fahrer und Motorrad in der Luft ein

Motocross12

Dynamik durch Mitziehen und lange Verschlusszeit, der Hintergrund verwischt

Unabhängig davon, für welche Methode man sich beim Motocross fotografieren entscheidet, sollte die maximale Serienbildgeschwindigkeit aktiviert sein (Nikon: CH) und der Autofokus sollte so eingestellt sein, dass er das fokussierte Motiv verfolgt (Nikon: AF-C).

Das Einfrieren von Fahrer und Motorrad ist relativ einfach. Man muss den Fahrer eigentlich nur fokussieren und auf den Aulöser drücken. Je kürzer man die Verschlusszeit wählt, desto sicherer friert man das Motiv ein. Mitzieher funktionieren etwas anders. Man fokussiert den Fahrer, bewegt die Kamera mit der Bewegung des Fahrers und drückt währenddessen auf den Aulöser. Damit eine gewisse Dynamik entsteht und die Szene nicht einfach eingefroren wird, braucht es allerdings lange Verschlusszeiten. Beim Motocross sind Mitzieher etwas schwieriger als bei anderen Motorsportarten, weil die Motorräder auf holpriger Strecke sich nicht nur horizontal, sondern auch vertikal bewegen. Ein entfesselter Blitz kann in diesem Fall den Ausschuss reduzieren, weil er zusätzlich zum Einfrieren beiträgt.

Grundsetting zum Einfrieren: Verschlusszeit 1/1000, Blende 4, ISO so niedrig wie möglich

Grundsetting für Mitzieher: Verschlusszeit 1/80s, Blende 10, ISO so niedrig wie möglich

Obwohl meine Objektive eine Blende von 2,8 ermöglichen, fotografiere ich Motocross meist mit Blende 4, damit nicht nur der Fahrer, sondern auch das Motorrad komplett scharf ist. Bei Blende 2,8 wäre die Nummerntafel scharf, der Frontfender jedoch bereits unscharf. Möchte man Überholmanöver oder einen spannenden Zweikampf einfangen, sollte man sogar noch weiter abblenden, damit beide Fahrer in der Schärfebene liegen. Bei Mitziehern wähle ich oft eine Blende zwischen 8 und 16, um bei langen Verschlusszeiten eine Überbelichtung zu vermeiden.

Das richtige Motiv

Beim Start steuert ein Rudel Motocross-Fahrer gemeinsam kompromisslos auf eine Kurve zu, in Sprüngen legen diese Fahrer dann für den Style das Motorrad quer und in den Kurven sprüht der Sand durch die Luft. Motocross bietet ganz verschiedene Möglichkeiten, um tolle Fotos zu schießen. Deshalb ist es wichtig, dass man flexibel ist und eine Mischung von Detailaufnahmen der Fahrer und der gesamten Szenerie fotografiert. Ich bewege mich während eines Rennens mindestens einmal um die ganze Strecke, um mich an verschiedenen Streckenabschnitten zu positionieren. Dabei nutze ich sowohl niedrige als auch erhöhte Positionen und fotografiere von der Seite (meist in Kurven) und die frontal auf mich zufahrenden Fahrer (meist auf der Geraden oder bei Sprüngen). Motocross ist für mich außerdem ein Sport, bei dem ich kreative und unkonventionelle Perspektiven wählen kann. Deshalb verwende ich hier auch gerne das Fisheye-Objektiv.

Motocross14

Außergewöhnliche Perspektive: Mit dem Fisheye-Objektiv direkt am Sprung

Risiko für den Fotografen

Motocross ist ein toller, aber auch ein gefährlicher Sport. Das betrifft nicht nur die Fahrer, sondern auch die Fotografen und deren Ausrüstung. Man sollte sich unbedingt in den für Fotografen ausgewiesenen Zonen bewegen und nicht zu nah an die Motorräder kommen, um nicht in Unfälle verwickelt zu werden oder sie gar zu verursachen. Auch die Ausrüstung sollte man vor fliegenden Steinen oder Lehmbrocken in Sicherheit bringen. Schließlich sollte man auch die Strecke nicht unterschätzen: Sobald es regnet oder stark bewässert wurde, kann die Strecke extrem rutschig werden.

Zum Schluss ein paar Motocross-Fotos zum Durcklicken:

Share this:


Steffen Körber

Über Steffen Körber

Mein Name ist Steffen Körber und ich bin leidenschaftlicher Fotograf, Ausrüstungs-Freak und Blogger für action-photos.de Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition, Fotografie professionell zu betreiben.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

8 Gedanken zu “Motocross Fotografieren – So geht´s

    • Autor
      Autor Autor des Beitrags

      Hallo Hannes,

      die Bilder sind mit verschiedenen Objektiven entstanden. Hauptsächlich aber mit dem 70-200/2.8, dem Fisheye 10.5/2.8 und dem 300 oder 400/2.8

      Beste Grüße
      Steffen

  • Thomas

    Hallo Steffen
    deine Motocross Bilder gefallen mir sehr gut.echt cool und auch toll erklärt.
    Wann würdest du einen Blitz verwenden? Könntest du mir dazu bitte ein Bild von dir zeigen?
    Wie würdest du dabei die Kamera einstellen? Danke. Gruß Thomas

    • Steffen Körber
      Steffen Körber Autor des Beitrags

      Hallo Thomas,

      ich blitze beim Motocross eigentlich nur, wenn ich gegen die Sonne fotografieren muss. Ein Beispiel siehst du in der Slideshow direkt hier im Beitrag. Das Bild drittletzte Bild (weiße KTM, grüne OBG Kleidung) wurde geblitzt, um sowohl Vordergrund als auch Hintergrund richtig zu belichten. Vermutlich habe ich hier den Blitz entfesselt und im iTTL Modus ausgelöst.

      Man kann aber auch bei Mitziehern blitzen. Im Vergleich zu normalen Mitziehern sind dann auch die Räder eingefroren und der Hintergrund nicht smooth verschwommen, sondern fast verzerrt. Das verleiht dem Bild manchmal noch eine Ecke mehr Dynamik.

      Denkbar ist auch eine komplett manuelle Einstellung von Kamera und (Studio-)Blitz(en). Damit ist es möglich, den Hintergrund dramatisch unterzubelichten und den Fahrer hart anzublitzen. Für die Arbeit als journalistischer Sportfotograf ist das zwar nicht üblich (weil zu aufwändig und störend für die Fahrer bei einem Rennen), aber bei Werbeproduktionen durchaus eine Option, ein besonderes Bild zu schiessen.

      Leider habe ich zu beidem gerade kein passendes Bildmaterial parat. Aber vielleicht kann ich bald mal einen eigenen Beitrag dazu schreiben.

      Beste Grüße
      Steffen

      • -Thomas

        Hallo Steffen

        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Hat mich sehr gefreut. Ich hatte vor kurzem mein erstes Shooting auf einer Crossstrecke und ich war auch echt begeistert. Die ersten Bilder hab ich mit einer hohen Verschlußzeit gemacht, um die Sportler einzufrieren,danach wagte ich ich mit 1/200 an Mitziehern und teilweise mit Blitz, wegen der Sonne. Echt klasse Bilder,ich bin begeistert. Gruß Thomas

  • Manuel

    Hallo Steffen,
    habe sehr begeistert deinen Blog gelesen. Endlich einmal was Anständiges wo man sowohl Grundeinstellungen findet sowie beschrieben wird auf was es draufankommt.
    Bei deinem Beispielbild zum Thema Blitzen (weiße KTM, grüne OBG Kleidung) hast du da eine Remotekamera aufgestellt oder warst bist du an dieser Stelle gelegen/gekniet? Stelle mir nämlich die Frage wie (un)angenehm es für die Fahrer ist während eines Rennen geblitzt zu werden.

    Mfg
    Manuel

    • AP47admin

      Hi Manuel,

      das ist eine gute Frage. Beim Thema Blitzen bin ich immer relativ vorsichtig und versuche immer, den Fahrer nicht frontal zu blitzen und schon gar nicht vor einem Sprung. Hier hatte ich den Blitz in der linken Hand und habe eher von der Seite geblitzt und auch erst, als die Fahrer schon in der Luft waren. Trotzdem würde ich beim MX eher auf den Blitz verzichten bzw. ihn nur einsetzen, wenn er die Fahrer nicht blendet.

      Viele Grüße
      Steffen