Schneller Autofokus – was bedeutet das?


Was ist eigentlich ein schneller Autofokus?

Für die Sportfotografie benötigt man einen schnellen Autofokus. Aber was ist ein schneller Autofokus überhaupt? Das Autofokus-System besteht unter Umständen aus mehreren Komponenten, die man kennen sollte – besonders dann, wenn man aus Kostengründen ältere Objektive benutzt.

Der Autofokus-Motor in der Kamera

Komponente eins für einen schnellen Autofokus ist zunächst einmal die Kamera – und zwar in zweifacher Hinsicht. Zum einen besitzen manche Kameras einen Autofokus-Motor, um beispielweise ältere, stangengetriebene Objektive zum Fokussieren zu bewegen. Bezüglich dieser Motoren gibt es Unterschiede in der Leistung. So ist der Autofokus-Motor einer Nikon D3 beispielweise bedeutend stärker als der einer Nikon D90. Entsprechend schneller oder langsamer wird das Motiv also scharfgestellt.

Manche Kameras besitzen gar keinen eigenen AF-Motor (meistens sind das Einsteiger- oder Consumerkameras wie z.B. die Nikon D5500), so dass hier nur Objektive mit eingebautem Autofokusantrieb verwendet werden können. Bei Nikon geht diese Eigenschaft aus der Produktbezeichnung „AF-S“ hervor. Tendenziell besitzen Einsteigerkameras keinen eigenen Motor mehr, professionelle Kameragehäuse haben hingegen weiterhin einen solchen Motor verbaut, um die Kompatibilität mit älteren Objektiven weiter zu gewährleisten.

Das Autofokus-Modul

Wenn von einem schnellen Autofokus gesprochen wird, meint man meistens das Autofokus-Modul. Unterschiede gibt es zum einen in der Art: So gibt es den Phasen-Autofokus auf der einen Seite und den Kontrast-Autofokus auf der anderen. Ersterer ist schneller und daher in der Sportfotografie erste Wahl. Letzterer ist genauer und kommt oft im Liveview-Modus oder generell bei Kameras mit EVF vor.

Wie man das kamerainterne Autofokus-Modul konfiguriert, hängt von den jeweiligen Sportarten ab, die man fotografiert. Grundsätzlich sollte man Sport immer im kontinuierlichen Autofokus-Modus fotografieren. Das bietet beinahe jede Kamera. Der Modus heißt bei Nikon „AF-C“, bei Canon „AI Servo“. Er bewirkt, dass das fokussierte Objekt kontinuierlich nachfokussiert wird. Nun gibt es aber noch weitere, feinere Einstellungen, um beispielsweise festzulegen, wie das Motiv erfasst wird. So kann man im Einzelfeld-Modus ein bestimmtes Feld auswählen (meist das mittlere) oder mit 3D-Tracking der Kamera überlassen, was ausgewählt und verfolgt wird. Auch lässt sich einstellen, wie sensibel der Autofokus am Motiv „haftet“ bzw. wie schnell er auf ein anderes Motiv abspringt und wie viele AF-Sensoren an der Verfolgungsjagd beteiligt sind. Es gibt aber natürlich auch Unterschiede in den Konfigurationsmöglichkeiten sowie der Ausstattung der Module. Leistungsstärkere AF-Module besitzen mehr AF-Sensoren und können individueller und sensibler eingestellt werden als andere. Tendenziell sind auch hier die teureren Profigehäuse im Vorteil.

Welche Einstellung für welchen Zweck sinnvoll ist, behandle ich in einem separaten Artikel (folgt in Kürze).

Der Autofokus-Motor im Objektiv

Die dritte Komponente des Autofokus-System ist der Autofokus-Motor im Objektiv. Dieser entscheidet bei modernen Systemen neben dem Autofokus-Modul in der Kamera darüber, ob der Moment eingefangen und das Bild richtig fokussiert ist. Günstige Objektive sind hier oft der Flaschenhals. Denn auch wenn die Objektive von Drittherstellern in der Bildqualität immer besser werden – beim Thema Autofokus können sie den Objektiven aus dem Hause Nikon und Canon noch nicht so ganz das Wasser reichen. Wer als Nikonianer Sportfotografie betreibt, sollte unbedingt zu AF-S Objektiven greifen, deren Autofokus-Motor nicht nur sehr leise, sondern auch sehr schnell arbeitet. Eine günstige Alternative sind die „AF-I“ Modelle aus den 1990er Jahren. Hierbei handelt es sich um Festbrennweiten aus dem Tele-Bereich mit recht schnellem Autofokus. Da diese Objektive aber schon sehr alt sind, häufen sich die Defekte gerade beim Autofokus-Motor. Leider stellt der Hersteller keine Ersatzteile mehr bereit, so dass hier ein gewisses Risiko mitspielt. Wer ein günstiges und gut erhaltenes Exemplar ergattert, erhält beinahe die gleiche Qualität und Fokus-Geschwindigkeit wie mit der AF-S Variante.

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Steffen Körber

Über Steffen Körber

Mein Name ist Steffen Körber und ich bin leidenschaftlicher Fotograf, Ausrüstungs-Freak und Blogger für action-photos.de Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition, Fotografie professionell zu betreiben.