Sportfotografie – ein teures Hobby? 2


Jeder, der sich etwas näher mit der Sportfotografie auseinandersetzt, beschäftigt sich irgendwann ernsthaft mit dem Thema Ausrüstung. In Foren und Communities häufen sich die Fragen nach geeigneten Kameras und Objektiven. Dabei verweisen die Technikjunkies meist auf die teuersten und aktuellsten Modelle, während Sparfüchse zu günstigen Allroundobjektiven und Consumerkameras raten. Ich würde dem Hobbyfotografen mit Ambitionen im Bereich Sportfotografie von beidem abraten.

Unsummen in beste Ausrüstung zu stecken macht als Hobbyfotograf wirtschaftlich keinen Sinn und kompensiert den Mangel an Erfahrung und die technischen Unzulänglichkeiten des Fotografen nur marginal. Viel besser ist es, zunächst Erfahrungen in der Sportfotografie zu sammeln und dabei auf verlässliches und geeignetes Werkzeug zurückzugreifen, das einen nicht gleich in den finanziellen Ruin treibt. Allround-Objektive und Consumer-DSLRs der neusten Generation sind deshalb nicht geeignet, weil sie die wesentlichen Anforderungen für Sportfotografie nicht erfüllen und/oder hinsichtlich der Einstellungsmöglichkeiten limitiert sind. Auf dem Gebrauchtmarkt jedoch finden sich immer ältere Kameras, die einst als non-plus-ultra der Sportfotografie galten und auch heute unter guten Bedingungen noch hervorragende Ergebnisse erzielen. Der Vorteil bei diesen Gehäusen liegt in der wertigen Verarbeitung (Staubschutz, Spritzwasserschutz), der Serienbildanzahl und dem tendenziell schnelleren und treffsicheren Autofokus.

sport_manuell

Ein sogenannter Mitzieher, bei dem das bewegte Motiv scharf ist und der Hintergrund verwischt

Das Foto entstand beispielsweise mit einer Nikon D200 und einem alten manuellen Nikkor Ai-S 300/2,8. Manuelle Fokussierung erfordert zwar Übung, trägt dabei aber auch dazu bei, das Fotografieren bewusster zu erleben und bestimmte Situationen zu antizipieren. Wie das Foto zeigt, ist es zum Bruchteil des Neupreises aktueller High-End-Ausrüstung  möglich, beinahe identische Ergebnisse zu erzielen.

Für den Profi, der mit Sportfotografie sein Geld verdienen muss und der unter widrigsten Bedingungen in kürzester Zeit bestes Material an Redaktionen und Agenturen versendet, gelten natürlich andere Maßstäbe. Als Hobbyfotograf jedoch macht es aber Sinn, sich an das Thema heranzutasten und Dinge auszuprobieren. Gute Fotos entstehen nur durch Übung. Auf die Sportfotografie trifft das ganz besonders zu, weil hier die Motive nicht still stehen, sondern sich – je nach Sport – schnell und unvorhersehbar bewegen. Wer nach unzähligen Stunden und hundertausenden Bildern in der Sportfotografie wirklich fit und der Meinung ist, dass die Technik das limitierende Element ist, kann dann Stück für Stück in neue Ausrüstung investieren.

Share this:


Steffen Körber

Über Steffen Körber

Mein Name ist Steffen Körber und ich bin leidenschaftlicher Fotograf, Ausrüstungs-Freak und Blogger für action-photos.de Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition, Fotografie professionell zu betreiben.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu “Sportfotografie – ein teures Hobby?

  • Christian

    Hallo,

    nach der Lektüre einiger Artikel möchte ich ein Danke! aussprechen. Ich finde hier nicht nur zahlreiche neue Anregungen, es schließen sich auch Wissenslücken, da (z.B. technische) Zusammenhänge/Begriffe klar werden. Das motiviert.

    Manchmal hat man diese Momente, in denen einem bewusst wird, dass man etwas dazugelernt hat. Hatte ich noch vor einem Jahr alles erst am PC aussortiert, so lösche ich jetzt oft schon kurz nach der Aufnahme, wenn ich weiß, dass sie nichts geworden ist.

    Einen Ratschlag, den ich auch hier gefunden habe und der ein Labsal ist: Erstmal Ausprobieren mit dem, was man hat.
    Ich benutze bei uns am Stall ein AF-S DX Nikkor 18-135mm 1:3.5 5.6G ED. Das hatte ich geschenkt bekommen mit einer D80. Für Tierphotografie mit schnellen Bewegungen sicherlich nicht immer geeignet, besonders, wenn es bewölkt ist oder dämmert. Aber nur durch Ausprobieren kann ich die Grenzen des Vorhandenen ausloten und weiß danach, was ich wirklich brauche (ein 70-200/2,8 wäre für meinen Anwendungsfall wohl der nächste Schritt mit viel Potential) und was eine unnötige Anschaffung wäre. Das entschleunigt und schont den Geldbeutel.

    … ich les mal weiter.
    Vielen Dank!