Hunde fotografieren: Technik, Einstellungen 5


Hunde fotografieren: Teil 2

Im ersten Teil von „Hunde fotografieren“ habe ich 7 Tipps für bessere Hundefotos gegeben. In diesem Artikel möchte ich etwas näher darauf eingehen, welche technischen Voraussetzungen man für tolle Hundefotos benötigt und wie man seine Kamera einstellen sollte, damit man beim Fotografieren nicht enttäuscht wird.

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Portraits sind keine Herausforderung für den Autofokus (Aufgenommen mit 400mm/2.8)

actiontaugliche Kamera!

Zum Fotografieren von Hunden eignen sich Kameras, die das Einstellen von Verschlusszeit, Blende und ISO ermöglichen. Das ist bei den meisten digitalen Spiegelreflexkameras gegeben. Besonders geeignet sind natürlich DSLRs, die über einen schnellen und guten Autofokus verfügen. Diese finden sich überwiegend im sog. Prosumer- oder Profibereich. Ein weiterer Vorteil von Profikameras ist deren robusteres Gehäuse und oftmals die schnellere Bildfolge. Tipp: Auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man oft ältere Profikameras zum Preis einer neuen Einsteigerkamera.

Das ideale Objektiv für Hundefotos…

… gibt es nicht. Je nach gewünschter Bildwirkung kann man wählen zwischen Weitwinkel, „Normalbrennweite“, Tele- oder Supertelebereich. Und dabei eignen sich sowohl Zoomobjektive als auch Festbrennweiten. Während Festbrennweiten tendenziell schneller fokussieren, etwas schärfer sind und meist eine größere Offenblende haben, sind Zooms vor allem eines: sehr flexibel! Leider sind nur die wirklich guten Zoomobjektive für das Fotografieren von Hunden geeignet.

Das Allround-Profizoom ist bei jedem Kamerahersteller das 70-200 f2.8. Dieses Objektiv gehört in die Tasche eines jeden Fotografen, der in irgendeiner Form Actionfotografie betreibt. Der Autofokus ist schnell, die Offenblende 2.8 bietet tolles Freistellpotenzial und die Schärfe kommt der einer Festbrennweite sehr sehr nahe!

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Schneeballschlacht: Aufgenommen mit dem Nikon AF-S 70.200/2.8 VR I

Möchte man den Hund noch mehr freistellen oder aus größerer Distanz fotografieren, muss man in den Supertelebereich gehen. Zoomobjektive wie das Tamron SP 150-600 bietet zwar mittlerweile eine tolle Bildqualität, Anfangsblende und Autofokus eignen sich aber so gar nicht für Hundefotografie. Viel besser – leider aber auch viel teurer – sind hier Superteleobjektive in Form von Festbrennweiten. Ideal sind beispielsweise 300mm f2.8 und 400mm f2.8.

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Im vollen Lauf: Aufgenommen mit dem Nikon AF-S II 400/2.8 ED-IF

Kann man Hunde auch mit erschwinglicheren Objektiven fotografieren? Ja! Beispielsweise mit dem 50mm 1.8 Objektiv, das ohnehin in jede Fototasche gehört! Man muss damit aber in der unmittelbaren Nähe des Hundes bleiben.

Etwas ungewöhnlicher ist die Verwendung von Weitwinkel oder Fisheye-Objektiven, wenn man Hunde fotografieren möchte. Das heißt aber nicht, dass man damit keine tollen Fotos machen könnte. Im Gegenteil: Die ungewöhnlichen Perspektiven verleihen den Hundefotos eine besondere Dynamik und heben sich von der Masse der Hundefotos im Netz ab!

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Nah an der Action: Aufgenommen mit 10.5mm Brennweite (Nikon Fisheye 10.5/2.8)

Die richtige Einstellung machts!

Wie so oft macht die richtige Einstellung den entscheidenden Unterschied. Um schöne, richtig fokussierte und scharfe Bilder von seinem Hund zu erhalten, muss man ein paar Einstellungen in der Kamera vornehmen.

Da sich Hunde meist schnell bewegen, setzt man für gewöhnlich auf eine kurze Verschlusszeit. Die Blende sollte möglichst weit geöffnet sein (= kleiner Wert), damit der Hund bestmöglich vom Hintergrund freigestellt wird. Die ISO stellt man so hoch wie nötig (für die kurze Verschlusszeit) und so gering wie möglich ein, damit die Bilder nicht zu stark rauschen oder an Detail/Schärfe verlieren!

Ein gute Orientierung ist: Verschlusszeit 1/1000s; Blende 4, ISO 200 (wenn möglich)

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Spielen im Schnee: Aufgenommen mit 1/1250s; Blende 3.2; ISO 400

Diese Einstellungen sorgen dafür, dass die schnelle Bewegung des Hundes eingefroren wird. Damit ist aber nur die halbe Miete eingefahren. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Hunde fotografieren ist der Autofokus. Damit die Kamera auch wirklich den Hund bzw. dessen Augen fokussiert, muss der Fokuspunkt entsprechend gewählt werden. Außerdem soll der Autofokus dafür sorgen, dass der Fokus auch bei schneller Bewegung des Hundes auf dem gewählten Bereich bleibt. Dies erreicht man mit dem kontinuierlichen Autofokus (Nikon: AF-C / Canon: AI Servo).

Mit den richtigen Einstellungen steht tollen Hundefotos nichts mehr im Wege. Alles, was es jetzt noch braucht, ist Übung, Übung, Übung! 🙂

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Steffen Körber

Über Steffen Körber

Mein Name ist Steffen Körber und ich bin leidenschaftlicher Fotograf, Ausrüstungs-Freak und Blogger für action-photos.de Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition, Fotografie professionell zu betreiben.


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5 Gedanken zu “Hunde fotografieren: Technik, Einstellungen

  • Türpe

    Hallo Steffen danke für die schöne Webseite und die nützlichen Tipps zum Thema Hundefotografie. Ich habe mir deshalb mal erlaubt auf meine HP einen Link hierher zu setzen, damit Einsteiger in das Thema eine kleine Orientierung bekommen. Mach weiter so . Liebe Grüße von Frank

  • Lana

    Hallo,
    ich hab zu meiner Konfirmation eine Lumix FZ72 bekommen und möchte jetzt Fotos von meinem Hund und meinen Ratten machen. Leider bekomme ich das nicht so richtig hin. 🙁 Hab schon vieles versucht, aber es ändert sich nichts das Bild ist trotzdem verwackelt, da die Tiere sich zu schnell bewegen. Ich kenne mich auch nicht wirklich damit aus. Ich wollte mal fragen ob du weißt wie ich meine Kamera einstellen muss?
    Mit freundlichen Grüßen

    • Steffen

      Hallo Lana,

      du solltest als erstes versuchen, möglichst kurze Verschlusszeiten zu wählen. Mit 1/1000s bist du erstmal auf der sicheren Seite. Falls die Bilder dann immernoch unscharf sind, liegt es vermutlich am Autofokus. Dieser sollte auf „kontinuierlich“ eingestellt sein, damit er deinen Hudn bzw. die Ratten in der Bewegung verfolgt.

      Viele Grüße
      Steffen